Zentrum für nicht-invasive Herz- und Gefäßdiagnostik

Virtual Reality CT ­ virtuelle Coloskopie

Der schnelle Multi-Slice-Computertomograph erweitert das diagnostische Spektrum am Krankenhaus Porz erheblich

Pro Jahr erkranken in Deutschland fast 50.000 Menschen an Darmkrebs. Mehr als 30.000 sterben daran. Deshalb empfehlen Fachkreise über 50-Jährigen, in Abständen von 5 Jahren, eine Darmspiegelung durchführen zu lassen. Doch einige Patienten werden durch das 180 cm lange Endoskop abgeschreckt, das zur Früherkennung in den Dickdarm eingeführt werden muss. Als Alternative bietet sich seit mehr als 5 Jahren die sogenannte "Virtuelle Coloskopie" mit schnellsten Computertomographen an. Mit seinem ultraschnellen Computertomographen eröffnen sich für Kardio-CT Köln/Bonn und alle Patienten des Krankenhauses Porz am Rhein zahlreiche weitere Einsatzbereiche.

Die konventionelle Endoskopie ist für Darmuntersuchungen immer noch das Standardverfahren. Dabei führt der Arzt ein ca. 180 cm langes Endoskop ein, um nach Polypen oder Entzündungen zu suchen, die bevorzugt in den unteren 30 40 cm des Dickdarms vorkommen. Diese Polypen gelten als Krebsvorläufer. 90 % aller Dickdarmkrebserkrankungen entstehen durch die Entartung dieser Polypen. Betroffen sind vor allem über 50-Jährige. Der durchschnittliche Darmkrebspatient ist 70 Jahre alt. 6 % der Bevölkerung sind von dieser Erkrankung betroffen. Vorteil dieser Endoskopie ist, dass verdächtige Polypen vom Arzt bereits während der Untersuchung entfernt werden können. Allerdings zeigte sich in einer Studie, die von 20.000 nachuntersuchten Polypen berichtet, das von den 5.000 Polypen, die kleiner als 5 mm waren, keiner bösartig war. Demzufolge ist es nicht immer notwendig, jeden Polypen sofort zu entfernen. Kontrolluntersuchungen können dann also auch mit einer virtuellen Endoskopie durchgeführt werden. Dazu benötigt der untersuchende Radiologe allerdings einen Computertomographen der neuesten Generation. Nur diese ultraschnellen Systeme können eine ausreichende Auflösung erzielen.

Im Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Krankenhaus Porz am Rhein in Zusammenarbeit mit Kardio-CT Köln/Bonn steht ein solches System, das in weniger als einem Herzschlag 320 Zeilen aufnehmen kann. Dieser sogenannte Volumencomputertomograph schafft es 640 Schichtbilder des menschlichen Körpers aufzunehmen. In weniger als 5 Sekunden kann so das gesamte Abdomen untersucht werden. Prof. Dr. D. Beyer, Chefarzt der Radiologie: "Besonders Risikopatienten und Patienten, die zu Blutungen neigen oder blutverdünnende Medikamente einnehmen, profitieren von der virtuellen Endoskopie. Man kennt zwar seit Jahren die unbestrittenen Vorteile der konventionellen Darmspiegelung, kennt aber auch deren mangelhafte Akzeptanz". Bereits in den letzten Jahren wurde am Institut die virtuelle Coloskopie standardisiert und in die Diagnostik eingeführt. Patienten mit familiär erhöhtem Risiko, die regelmäßig zur Vorsorge müssen, profitieren in besonderem Maße von dieser Methode. Auch diejenigen, die Verwachsungen oder Narben im Darmbereich haben, empfinden die Untersuchung mit einem Computertomographen als angenehmer. Auch Patienten mit einem angeborenen sehr langen Dickdarm und Patienten, die blutverdünnende Medikamente (ASS, Marcumar) einnehmen, profitieren ebenfalls von der virtuellen Endoskopie.

Nur wenn der Radiologe Polypen findet, die größer als 5 mm sind, rät er zur zusätzlichen Endoskopie.

Oberarzt Dr. I. Stamm: "Wenn wir es schaffen, mit der virtuellen Endoskopie die Bereitschaft der Bevölkerung für Früherkennungsuntersuchungen zu erhöhen, haben wir schon viel gewonnen. Durch die mangelnde Akzeptanz der Endoskopie und damit der Verweigerung der Früherkennung kommt es immer noch zu vielen unnötigen schweren Krankheitsverläufen".

Eine Kostenerstattung durch die gesetzlichen Krankenkassen gibt es für Patienten, die die konventionelle Variante nicht vertragen. Deshalb sollten sich diese Patienten mit ihrer Krankenkasse in Verbindung setzen.

Am Krankenhaus Porz am Rhein nutzt man die Vorzüge des neuen CT-Systems nicht nur für die virtuelle Darmspiegelung, sondern auch zur Diagnose weiterer lebensbedrohender Situationen. Besonders bei Schwerstverletzen und Schlaganfall-Patienten muss sich der Radiologe in kürzester Zeit ein genaues Bild der pathologischen Veränderungen verschaffen. Auch bei Patienten mit akuten Bauchschmerzen oder Bauchaortenaneurysma kann der schnelle Computertomograph Krankheitsherde schnellstens lokalisieren und Funktionsstörungen feststellen.

Der Vorteil des ultraschnellen Computertomographen liegt nicht darin, mehr Patienten pro Tag zu untersuchen. Die Geschwindigkeit und die Auflösung dieses Gerätes ermöglichen ganz neue, nicht invasive Untersuchungen und erweitern so das diagnostische Spektrum des gesamten Krankenhauses. Gerade auch die Kardiologie mit den 80 kooperierenden Kardiologen in ganz NRW nutzt diese moderne Medizintechnik auch für die Darstellung des Herzens, der Herzkranzgefäße und von Bypässen in 3-dimensionaler Darstellung. Darüber können Sie sich an anderer Stelle dieser Webesite informieren.

Untersuchungsablauf

Der Radiologe fertigt Querschnittbilder des Bauchraumes an. Aus den Bilddaten erstellt er mit Computerunterstützung eine sogenannte virtuelle Endoskopie. Die Genauigkeit des Verfahrens für die Früherkennung von Tumoren ist mit der Aussagekraft der üblichen Darmspiegelung vergleichbar. Allerdings muss der Patient genauso vorbereitet werden wie für die konventionelle Coloskopie. Vor der Untersuchung wird auf dem Untersuchungstisch der Dickdarm des Patienten lediglich mit Kohlensäure (CO2-Gas) gefüllt. Diese Spezialvorrichtung, über die nur wenige Institutionen in Europa verfügen, ermöglicht eine schmerzfreie Untersuchung, da das Kohlensäuregas in Minuten vom Darm resorbiert wird. Die Gabe eines intravenös verabreichten Kontrastmittels verbessert noch die Aussagekraft. Ein weiterer großer Vorteil dieser Untersuchung liegt darin, dass man neben dem Dickdarm auch alle anderen Abdominalorgane (Leber, Milz, Bauchspeicheldrüse, Nieren, Gefäße etc.) mitbeurteilen kann, wie bei einem "normalen" Bauch-CT.

Eine Untersuchung dauert kaum mehr als 60 Sekunden.


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