Zentrum für nicht-invasive Herz- und Gefäßdiagnostik

Die CT-Koronarangiographie / Bypass-Darstellung

In 20 Sekunden ist alles vorbei - schnellster Computertomograph im Rheinland

Im Jahre 2000 starben allein in Europa 600.000 Menschen an den Folgen eines Herzinfarktes, dem die Arteriosklerose der Herzkranzgefäße mit folgendem Verschluß zugrunde liegt. Die Diagnostik der koronaren Herzkrankheit wird mit mehreren Problemkreisen konfrontiert: So müssen mindestens 75 % der Querschnittsfläche des Koronargefäßes verlegt sein, bevor sich die typische Symptomatik einer Angina pectoris einstellt. Weiterhin können mehrere andere Krankheitsbilder eine ähnliche Symptomatik imitieren.

Deshalb ziehen in der Bundesrepublik Deutschland trotz weiterer vorgeschalteter Untersuchungen nur ca. 40 - 50 % von über 600.000 Herzkatheteruntersuchungen pro Jahr eine Ballondilatation oder eine Bypass-Operation an den Koronararterien nach sich.

Einige der Probleme verspricht die Mehrzeilen-Spiral-CT zu lösen.

Zwischen dem Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Krankenhaus Porz am Rhein in Köln und mehr als 80 Kardiologen aus Klinik und Praxis im gesamten Rheinland besteht seit 3 Jahren eine enge Kooperation in der nicht-invasiven Diagnostik von Herz- und Gefäßerkrankungen (Kardio-MR/CT Köln/Bonn).

Durch mehr als 25 Fortbildungen und Kurse ist es gelungen, hier einen Expertenkreis von kardiologischer und radiologischer Seite zu bilden, der sich zum Ziel gesetzt hat, mit der schnellen Kernspintomographie und der Mehrzeilen-Computer-tomographie die Herzdiagnostik zu erweitern und zu verbessern.

Nach mehr als 2-jähriger Erfahrung mit einem sogenannten 4-Zeiler-Computertomographen (Somatom Volume-Zoom) wurde schon im November 2002 aufgerüstet auf das Gerät Somatom Sensation der Firma Siemens.

Dieses Gerät heißt nicht nur so, sondern ist eine echte Sensation, da es mit 40 Zeilen pro Sekunde erlaubt, die Herzkranzgefäße (Koronararterien) und Bypässe ohne Herzkatheter darzustellen. Nach ca. 20 Sekunden Atemanhalten ist die Untersuchung für den Patienten beendet. Dann wird die Datenflut im Computer vom Radiologen ca. 1 ? Stunden weiterbearbeitet, um die exzellenten 3-dimensionalen Bilder der Herzkranzgefäße oder auch von Bypässen und Stents plastisch darzustellen.

Bei dem neuen Computertomographen werden zeitaufgelöste 3-D-Bilder des Herzens erstellt ("4 D-Imaging"). Hierzu rotiert der Röntgenstrahler und das gegenüberliegende Detektorsystem innerhalb von nur 0,4 Sekunden um den Patienten. Wurden in der klassischen Spiral-Computertomographie lediglich 1 Bild, bzw. bis vor kurzem 4 Bilder pro Rotation erzeugt, sind es mit dem jetzigen Scanner 16 Bilder pro Umlauf, also 40 Bilder pro Sekunde. Damit braucht der Patient nur noch eine kurze Atempause, dann ist die Untersuchung schon beendet.

Anhand der synchron-registrierten Bild- und EKG-Daten können anatomische Querschnittsbilder zu jedem Zeitpunkt der Herzaktion berechnet werden (retrospektives EKG-Gating). Nachfolgend rekonstruiert der Untersucher angiographische Aufnahmen der Herzkranzgefäße im 2-D- und 3-D-Verfahren.

Die CT-Bilder sind bezüglich des Gefäßlumens den katheterangiographischen Aufnahmen recht ähnlich, bilden jedoch zusätzlich die Gefäßwand mit ab. Durch dieses "vessel wall imaging" können arteriosklerotische Plaques an der Gefäßwand direkt bezüglich ihrer prognostischen Bedeutung erstmals nicht-invasiv charakterisiert werden.

Allerdings weist die Mehrzeilen-Spiral-CT am Somatom Sensation auch Limitationen auf: Nämlich bei unregelmäßigem Herzschlag (Extrasystolen), da dabei das resultierende Querschnittsbild der Herzphase nicht mehr korrekt zugeordnet werden kann. Verwähren massive Wandverkalkungen den freien Blick auf das durchströmte Gefäßlumen, sollte jenseits eines Kalkscores von 300 - 400 Agatson-Einheiten die CT-Angiographie mit venöser Kontrastmittelgabe nicht mehr durchgeführt werden.

Einen hohen Stellenwert hat die Mehrzeilen-Spiral-CT in der Primärdiagnostik, wo bei fehlendem Kalknachweis eine koronare Herzkrankheit mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann und somit die Methode in Verbindung mit den übrigen nicht-invasiven Tests die Rolle einer Screening-Methode zukommt. Liegen keine limitierenden Wandkalzifikationen vor, ist mit der CT die Abbildung der großen Koronararteriensegmente einschließlich weicher, cholesterinhaltiger Ablagerungen ("Soft-Plaques") möglich.

Mit 40 Zeilen pro Sekunde gelingt es zunehmend, auch kleinere Seitenäste der großen Koronararterien darzustellen.

Einen Riesenfortschritt bedeutet die neue Methode in der Nachsorge von Patienten mit koronaren Herz-Bypässen. Die diagnostische Genauigkeit der Mehrzeilen-Spiral-CT liegt bei über 90 %, so dass hier das Verfahren das Potential einer Fellow-Abstrich-Methode hat. Derzeit wird in anderen Zentren untersucht, ob die Pro- oder Regredienz der koronaren Herzkrankheit unter der Medikation von Lipid-Senkern mittels Mehrzeilen-Spiral-CT dokumentiert werden kann. Die Methode der Mehrzeilen-Spiral-CT wie auch der speziellen Kernspintomographie des Herzens sind jedoch nicht bei jedem Patienten sinnvoll. Deshalb wird die Indikation zur Untersuchung in enger Kooperation mit Kardiologen gestellt, um unnötige Untersuchungen zu vermeiden.

Zweifelsfrei keine Indikation für die Herz-CT z.B. sind die instabile Angina pectoris und akute Koronar-Syndrome, weil hier im unmittelbaren Anschluss an die Diagnostik mit Herzkatheter eine interventionelle Therapiemaßnahme durchgeführt werden kann.

Das Gerät ist zusätzlich mit speziellen anderen Programmen ausgerüstet zur

  • Frühdiagnostik auch kleiner Bronchialkarzinome incl. zuverlässiger Verlaufskontrolle
  • zur 3-D-Darstellung des Dickdarms ohne Endoskop (virtuelle Koloskopie)
  • zur Darstellung des gesamten Gefäßbaumes im Brust-, Bauch- und Beinbereich, aber auch im Gehirn
  • zur Früherkennung des Schlaganfalls innerhalb der therapeutisch so wichtigen 3-Stunden-Grenze
  • zur Darstellung und Vermessung der Kieferknochen und verbliebenen Zähne vor Einbringung von Zahn-Implantaten

Dieser Überblick zeigt, dass es jetzt möglich ist, modernste bildgebende Diagnostik auch den schwerkranken Patienten des Krankenhauses Porz am Rhein 365 Tage/Jahr Tag und Nacht auf stetigem Facharztniveau und gleichzeitig die bahnbrechenden Methoden der CT-Koronarographie und hochauflösenden Lungendiagnostik den ambulanten Patienten im Rheinland zur Verfügung zu stellen.

Leider ist diese Untersuchung nicht bei allen Patienten durchführbar. Ein regelmäßiger Herzschlag und eine Pulsfrequenz von weniger als 60 Schlägen pro Minute ist erforderlich, wobei die Herzfrequenz durch Ihren behandelnden Kardiologen mit einem beta-Blocker medikamentös gesenkt wird. Auch sollte die Kalklast ("Kalk-score") Ihrer Herzgefäße nicht allzu hoch sein.


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